PV‒Anlage mit Notstrom
Mit einer Notstromfunktion erhöhst du deine Unabhängigkeit und Sicherheit, besonders in Regionen, in denen Stromausfälle häufiger vorkommen. Besonders sinnvoll ist die Kombination mit einem Stromspeicher, um auch in längeren Netzausfällen Energie verfügbar zu haben.
Was ist eine Notstromfunktion ?
Eine Notstromfunktion bei einer Photovoltaikanlage (PV-Anlage) ermöglicht es, auch bei einem Stromausfall weiterhin Solarstrom zu nutzen. Normalerweise schaltet sich eine PV-Anlage bei einem Netzausfall ab, um die Sicherheit der Techniker zu gewährleisten, die am Stromnetz arbeiten. Mit einer integrierten Notstromfunktion bleibt die Anlage jedoch in Betrieb und versorgt das Haus weiter mit Strom, entweder direkt von den Solarmodulen oder aus einem Stromspeicher.
Unterscheidung zwischen 1-phasig und 3-phasig:
1-phasige Notstromversorgung: Eine 1-phasige Notstromversorgung versorgt nur eine Phase des Stromnetzes im Haushalt. Das bedeutet, dass nur bestimmte, weniger stromintensive Geräte, wie Beleuchtung oder ein Kühlschrank, weiterhin betrieben werden können. Diese Option ist günstiger und in vielen Privathaushalten ausreichend.
3-phasige Notstromversorgung: Bei der 3-phasigen Notstromversorgung werden alle drei Phasen des Hauses versorgt. Dadurch können größere Verbraucher wie Waschmaschinen, Herd oder Wärmepumpen auch bei einem Netzausfall weiter betrieben werden. Diese Lösung ist besonders für größere Haushalte oder Betriebe sinnvoll, hat jedoch höhere Anschaffungskosten.
Vorteile der Notstromfunktion:
Unabhängigkeit: Du bist nicht vollständig auf das öffentliche Stromnetz angewiesen.
Sicherheit: Wichtige Geräte wie Kühlschränke, Heizungen oder medizinische Geräte laufen auch bei Stromausfällen weiter.
Effizienz: In Kombination mit einem PV-Speicher kannst du überschüssigen Solarstrom speichern und bei Bedarf nutzen.
Welche Geräte kann ich mit einer Notstromfunktion betreiben?
Eine Notstromfunktion für deine PV-Anlage ermöglicht es dir, wichtige Haushaltsgeräte auch bei einem Stromausfall weiter zu betreiben. Die Art der Geräte, die du versorgen kannst, hängt jedoch stark davon ab, ob du eine 1-phasige oder 3-phasige Notstromversorgung installiert hast:
1-phasige Notstromversorgung
Eine 1-phasige Notstromversorgung versorgt in der Regel nur eine Phase deines Hauses. Diese reicht aus, um kleinere Verbraucher und wichtige Geräte mit geringerem Stromverbrauch zu betreiben. Zu den typischen Geräten, die du mit einer 1-phasigen Notstromversorgung weiter betreiben kannst, gehören:
- Kühlschrank: Vermeide das Verderben von Lebensmitteln während eines Stromausfalls.
- Beleuchtung: Halte die wichtigsten Bereiche deines Hauses erleuchtet.
- Router / Internetgeräte: Bleibe online und informiert.
- Ladegeräte für Smartphones und Laptops: Halte deine Kommunikationsgeräte aufgeladen.
- Zirkulationspumpen: Wichtig für den Betrieb deiner Heizung oder Warmwasseraufbereitung.
3-phasige Notstromversorgung
Eine 3-phasige Notstromversorgung hingegen deckt alle drei Phasen deines Stromnetzes ab, was es dir ermöglicht, auch größere und stromintensive Geräte zu betreiben. Diese Option ist vor allem in größeren Haushalten oder für spezifische Anforderungen sinnvoll. Zu den Geräten, die mit einer 3-phasigen Notstromlösung versorgt werden können, zählen:
Wärmepumpen: Sichere die Funktion deiner Heizung auch bei länger anhaltenden Stromausfällen.
Elektroherde: Nutze deinen Herd auch ohne Strom aus dem öffentlichen Netz.
Waschmaschine / Trockner: Versorge stromintensive Geräte wie Waschmaschinen oder Trockner mit Notstrom.
Ladestationen für Elektroautos (Wallbox): Lade dein E-Auto bei Netzausfällen weiter auf.
Klimaanlagen: Halte dein Haus auch bei extremer Hitze oder Kälte klimatisiert.
Warum die richtige Wahl wichtig ist
Je nach Größe deines Haushalts und den Geräten, die du im Notfall betreiben möchtest, musst du zwischen einer 1-phasigen und einer 3-phasigen Lösung wählen. Für Haushalte, die nur wenige, aber wichtige Geräte versorgen möchten, reicht oft eine 1-phasige Notstromlösung. Größere Haushalte oder solche, die auf stromintensive Geräte angewiesen sind, profitieren von einer 3-phasigen Lösung.
Eine gut geplante Notstromfunktion ermöglicht es dir, in Krisenzeiten autark zu bleiben und sicherzustellen, dass alle wichtigen Geräte weiterhin funktionieren.
Wie groß sollte mein Stromspeicher für den Notstrombetrieb sein?
Die richtige Größe deines Stromspeichers für den Notstrombetrieb hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie deinem täglichen Stromverbrauch, den Geräten, die du im Notfall betreiben möchtest, und der Dauer, die du ohne Strom aus dem öffentlichen Netz auskommen willst. Hier sind einige Punkte, die dir bei der Auswahl der richtigen Speichergröße helfen:
1. Stromverbrauch pro Tag
Zunächst solltest du deinen durchschnittlichen täglichen Stromverbrauch ermitteln. Dieser ist auf deiner Jahresstromabrechnung angegeben. Ein durchschnittlicher Haushalt verbraucht etwa 3.000 bis 5.000 kWh pro Jahr, was einem täglichen Verbrauch von ca. 8 bis 14 kWh entspricht. Ein Stromspeicher sollte mindestens diese Menge abdecken können, um deinen Haushalt im Notfall für einen Tag zu versorgen.
2. Notstromgeräte
Je nachdem, welche Geräte du während eines Stromausfalls betreiben möchtest, kann der benötigte Speicher variieren. Wenn du nur wichtige Geräte wie Kühlschränke, Lichter und Router betreiben möchtest, benötigst du eine kleinere Speicherkapazität. Planst du jedoch, größere Verbraucher wie Wärmepumpen, Waschmaschinen oder Elektroherde zu betreiben, benötigst du einen größeren Speicher.
Beispielsweise:
Ein Kühlschrank benötigt etwa 0,5 bis 1 kWh pro Tag.
Eine Wärmepumpe benötigt ca. 3 bis 5 kWh pro Tag.
Ein Elektroherd benötigt bis zu 4 kWh bei intensiver Nutzung.
3. Empfohlene Speichergröße
Kleine Haushalte: Für einen Haushalt mit geringem Strombedarf oder einer 1-phasigen Notstromlösung reicht ein Speicher von 5 bis 7 kWh aus, um wichtige Geräte wie Kühlschrank und Licht für ein bis zwei Tage zu versorgen.
Mittlere Haushalte: Haushalte mit einem mittleren Stromverbrauch und einigen größeren Verbrauchern sollten über einen Speicher von 10 bis 12 kWh nachdenken.
Große Haushalte oder 3-phasige Lösungen: Größere Haushalte, die auf 3-phasigen Notstrom angewiesen sind, sollten in einen Stromspeicher von mindestens 15 kWh investieren, um auch stromintensive Geräte betreiben zu können.
4. Wie lange sollte der Notstrombetrieb halten?
Überlege, wie lange du im Notfall auf deinen Stromspeicher angewiesen sein könntest. Soll der Speicher nur für kurze Stromausfälle von ein paar Stunden reichen oder möchtest du auch bei länger anhaltenden Ausfällen autark bleiben? Ein größerer Speicher ermöglicht es, den Strom über mehrere Tage hinweg zu nutzen, vor allem in Kombination mit einer Photovoltaikanlage, die tagsüber weiterhin Strom erzeugt.
5. Zusammenfassung
5 bis 7 kWh: Ausreichend für Haushalte mit geringem Stromverbrauch und kleineren Verbrauchern.
10 bis 12 kWh: Optimal für mittlere Haushalte, die auch größere Geräte betreiben möchten.
15 kWh oder mehr: Empfohlen für größere Haushalte oder Haushalte mit 3-phasiger Notstromversorgung.
Mit der richtigen Speichergröße bleibst du im Notfall unabhängig und kannst deinen Solarstrom auch bei längeren Stromausfällen effektiv nutzen.
Du möchtest dein Eigenheim mit einer Notstromfunktion aufrüsten, um auch bei Stromausfällen unabhängig zu bleiben und gleichzeitig dein E-Auto mit eigenem Solarstrom zu versorgen?
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Kann ich eine Notstromfunktion bei meiner PV-Anlage nachrüsten?
Ja, eine Notstromfunktion lässt sich in vielen Fällen bei bestehenden PV-Anlagen nachrüsten. Dabei gibt es jedoch einige wichtige Aspekte zu beachten:
Wechselrichter und Stromspeicher: Die Nachrüstung einer Notstromfunktion erfordert in der Regel einen notstromfähigen Wechselrichter und einen Stromspeicher. Ein herkömmlicher Wechselrichter kann bei Stromausfällen nicht eigenständig arbeiten, da er mit dem öffentlichen Netz synchronisiert ist. Ein Wechselrichter, der für Notstrom ausgelegt ist, kann jedoch auch bei Netzausfällen Strom erzeugen und umwandeln. Falls deine Anlage bereits einen Speicher hat, muss geprüft werden, ob dieser ebenfalls für Notstrom geeignet ist.
Nachrüstungskosten: Die Kosten für eine Nachrüstung hängen von verschiedenen Faktoren ab, wie z.B. der Art des Wechselrichters, der benötigten Speicherkapazität und den technischen Anforderungen deiner PV-Anlage. Es kann sich jedoch lohnen, da du damit auch in Netzausfallzeiten autark bleibst.
Verschiedene Nachrüstlösungen: Es gibt Systeme, die einfach in bestehende Photovoltaikanlagen integriert werden können. Zum Beispiel können automatische Notstromumschalter installiert werden, die bei einem Stromausfall sofort auf die Notstromversorgung umschalten. Dadurch wird der Übergang reibungslos und du musst dich um nichts kümmern.
Kompatibilität prüfen: Nicht alle PV-Anlagen sind von Haus aus auf eine Notstromlösung ausgelegt. Bevor du mit der Nachrüstung beginnst, solltest du prüfen lassen, ob deine Anlage kompatibel ist oder welche Komponenten du austauschen musst.
Die Nachrüstung einer Notstromfunktion bietet dir langfristige Vorteile, besonders in Regionen mit instabiler Stromversorgung. So bleibst du unabhängig und kannst auch bei Netzausfällen von deiner PV-Anlage profitieren.
FAQ
Notstrom: Oft gefragt
1. Was passiert bei einem Stromausfall, wenn ich eine Notstromfunktion habe?
2. Kann ich meine PV-Anlage auch ohne Stromspeicher im Notfall nutzen?
3. Ist eine 1-phasige Notstromversorgung ausreichend für meinen Haushalt?
4. Kann ich meinen E-Auto-Ladepunkt mit einer Notstromfunktion betreiben?
5. Was kostet die Nachrüstung einer Notstromfunktion für meine PV-Anlage?
6. Muss ich bei der Notstromfunktion etwas manuell umstellen, wenn der Strom ausfällt?
7. Wie lange kann ich mit einer Notstromfunktion bei einem Stromausfall versorgt bleiben?
8. Kann ich die Notstromfunktion auch in einem bestehenden Haus nachrüsten?
9. Ist die Notstromversorgung auch bei schlechtem Wetter möglich?
10. Gibt es staatliche Förderungen für Notstromlösungen?